Zurück in Südafrika bedeutet zurück im Paradies

von Rebecca Hoch

Und da stand ich auf dem Sundowner Deck von Ant’s Hill, keine 5 Minuten angekommen, und wusste wirklich nicht wann ich das letzte Mal so glücklich war! Dieser Ausblick über das Reservat, diese Weite, diese Stille außer der üblichen Tiergeräusche – in Südafrika braucht es wahrlich nicht viel um einen glücklich zu machen – naja, außer ein paar Wildtieren und Pferden natürlich. Von diesen gab es in den nächsten Tagen noch genug und ich konnte nur erahnen, wie viele Glücksmomente in der kommenden Woche noch vor mir lagen!
Aber nochmal zurück auf Anfang, wie alles begonnen hat. Das war nämlich recht genau Mitte Dezember letzten Jahres, also 2019, also meine liebe Kollegin Katharina von ihrer Namibiareise mit Ingrid Klimke zurückkam und anschließend noch einen kurzen Besuch bei Ant’s gemacht hat. Sie hatte nämlich die unglaubliche Nachricht im Gepäck, dass Ant’s mich gerne für eine Woche einladen möchte – zum mal persönlich kennenlernen, alles anzuschauen und noch ein besseres Gefühl zu bekommen, welche unserer lieben Kunden wo am besten aufgehoben sind. Ant’s besteht nämlich nicht nur aus einer Lodge, sondern aus zwei verschiedenen Lodges – Ant’s Hill auf einer Anhöhe mit atemberaubendem Blick über das Reservat und Ant’s Nest mit super familiärer Atmosphäre im Tal des Reservats. In beiden Unterkünften gibt es außerdem noch jeweils drei Zimmerkategorien – vom Standardzimmer bis zum Superior Deluxe Cottage mit Badewanne auf dem Deck und Blick über das ganze Reservat ist hier alles vorhanden – es ist also für jeden das Richtige dabei! Aber man kann so auch schnell den Überblick verlieren, für wen denn nun was am besten ist. Und um so richtig ein Gefühl dafür zu bekommen, dass Ant’s für jedermann bzw. -frau das Richtige ist, durfte ich noch jemanden mitbringen. Da stand ganz schnell fest, dass meine Mum in diesem Jahr ein ziemlich besonderes Weihnachtsgeschenk bekommen würde – eines bei dem ihr wortwörtlich die Kinnlade runterfallen wird. Meine Mum ist zwar Nicht-Reiterin, aber gerade das ist bei Ant’s mal so gar kein Problem und vor allem das, was Ant’s so besonders macht – sie gestalten für jeden individuell ein passendes Programm und hierbei ist nichts zu aufwendig. Und wenn ich nichts sage, meine ich auch wirklich rein gar nichts – das wird euch in den kommenden Zeilen vermutlich bewusst.

Nachdem meine Mutter an Weihnachten 2019 dann wirklich aus dem Staunen nicht mehr herauskam, als Sie Ihr Geschenk „auspackte“, saßen wir Ende Februar 2020 dann schon gemeinsam im Flieger nach Paris Charles de Gaulle und von dort aus weiter nach Johannesburg. Dank des Nachtfluges hieß es am nächsten Morgen dann bereits „Hallo Südafrika“ und ich hatte das gleiche enthusiastische Gefühl in mir, als ich vor 7 Jahren das erste Mal Fuß auf den afrikanischen Kontinent setzte – Afrika, in diesem Fall Südafrika, zieht einen einfach sofort in seinen Bann!

Vom Flughafen ging es dann in einem 3stündigen Transfer weiter nach Ant’s Hill und selbst die 3 Stunden vergehen ratzfatz bei diesen schönen Ausblicken. Die waren jedoch nichts zu dem, was uns bei Ankunft auf Ant’s Hill dann erwartete. Dort wurden wir super herzlich von Gail begrüßt und für den Begrüßungsdrink erst einmal in die Hauptlodge gebracht, von dessen Sundowner Deck einen dieser unfassbare Ausblick erwartet – auch Monate nach meiner Reise kriege ich noch Gänsehaut beim Gedanken an unsere Ankunft auf Ant’s Hill!

Und dann ging es auch schon los – Zuhause für die nächsten Tage beziehen, kurze Sicherheitseinführung und ab in den Jeep zu unserer ersten Jeepsafari. Ich gebe zu, am liebsten wäre ich sofort auf einen Pferderücken gesprungen aber es ist doch immer schön die erste Aktivität gemeinsam zu erleben. Wir wurden auch gleich von Giraffen, Gnus und einer Säbelantilope begrüßt und zum Sundowner lernten wir die anderen Gäste bei einem gemeinsamen Gin Tonic kennen.
Am Abend erwartete uns in super gemütlicher Atmosphäre ein unglaublich leckeres 3 Gänge Menü – besonders schön finde ich hierbei, dass auf Hill immer der Chefkoch persönlich das Menü ankündigt. An der großen Tafel entstanden schnell Gespräche und unter viel Gelächter neigte sich unser erster Abend in Südafrika dem Ende zu. 

Am nächsten Morgen wurden wir sanft vom Wake Up Call mit Kaffee & heißer Schokolade am Bett geweckt – wie bitte soll man besser in den Tag starten? Eins gibt es da vielleicht, richtig, einen ausgiebigen und erlebnisreichen Safariritt! Und den gab es dann nach einem gemeinsamen Frühstück mit den anderen Gästen auch. Zumindest für mich und die drei französischen Gäste, meine Mum hingegen wollte es erst einmal gemütlich angehen lassen und startete mit einer weiteren Jeepsafari – dafür wurde ganz unkompliziert einfach ein Guide alleine mit meiner Mum losgeschickt.
Ich hingegen lernte meine vierbeinige Partnerin Nairobi, eine feine fuchsfarbene Vollblutstute, kennen. Sie wurde während meinen Ritten auf Ant’s Hill mein absoluter Liebling – super fein zu reiten aber wenn sie Gas geben durfte, dann war sie weg – am liebsten hätte ich sie gar nicht mehr hergegeben! Nebenbei gab es dann auch gleich Giraffen, Zebras & Gnus auf unserem Ritt zu sehen und das alles auf einem Fleck – wir waren geradezu umzingelt von den Buscheinwohnern 🙂
Nach knapp 3 Stunden kehrten wir alle fröhlich und glücklich zurück zur Lodge – ganz gleich ob wir zu Pferd oder im Jeep unterwegs waren. 
Zum Mittagessen erwartete uns ein herrliches Buffet mit allerlei Salaten aber auch warmen Speisen wie Lasagne und vieles mehr.

Eigentlich standen am Nachmittag dann wieder 1-2 Stunden Reiten oder Jeepsafari auf dem Programm, aber für meine Mum & mich ging es am heutigen Nachmittag zum Koholo Game Drive in ein Big 5 Reservat. Ant’s hat eine Menge verschiedener Wildtiere auf seinem Reservat, allerdings keine Elefanten & Löwen, daher wollten wir unser Glück auf dem Big 5 Game Drive versuchen. Aber Südafrika ist eben kein Zoo, das Gras war durch die Regenfälle der vergangenen Monate sehr hoch, das Wetter eher bedeckt und die großen Tiere hatten daher schlichtweg keine Lust auf Laufsteg spielen. Wir haben aber dennoch viel Kleinwild und sogar Nashörner gesehen, hatten eine super lustige Truppe und einen Guide aus Süddeutschland, der gerade für 1 Jahr in Südafrika war und seine Rangerausbildung gemacht hat – die Welt ist eben doch ein Dorf 😉
Zurück auf Ant’s Hill gab es nach einer schönen heißen Dusche ein Dinner in sehr kleiner Runde, nur wir Zwei gemeinsam mit Gail vor dem Kamin, da die französischen Gäste am Mittag abgereist waren und die neuen Gäste erst am kommenden Tag anreisen sollten. Und so fielen wir wieder pappsatt und vollkommen zufrieden und glücklich nach einem Tag mit wunderbaren Erlebnissen und Gesprächen in unser Bett.

Und dann war der Morgen da, an dem meine Mum sich auf auf’s Pferd wagte – ich war vermutlich fast aufgeregter als sie selbst. Sie ist zwar in ihrer Jugend ein paar Mal auf einem Pferd gesessen, das war‘s dann aber auch. Und selbst für absolute Reitanfänger, die einfach mal gerne „probieren“ möchten, hat Ant’s immer die idealen vierbeinigen Partner. Also erkundeten wir erst einmal gemeinsam eine Stunde lang im Schritt den Busch, suchten nach Spuren und Tieren. Allerdings waren die tierischen Einwohner wohl noch in typischer Montagmorgenstimmung und haben sich schön in ihre versteckten Bettchen verkrochen. Das war aber nicht weiter schlimm – meine Mutter war so schon völlig im Glück und nach einer Stunde wurde sie dann mit dem Jeep abgeholt, ihr Pferd freigelassen (da keine Löwen auf dem Reservat leben, können die Pferde allesamt frei leben und kommen nur zu den Fütterungen in die Ställe – hier werden dann auch immer alle Pferde auf Wunden etc. kontrolliert) und für sie ging es weiter auf Jeepsafari. Johnson, Mat (die Guides) und ich glichen die fehlenden Tiere dann einfach mit entsprechend schnellen und langen Galoppaden aus – so dass auch ich nach den drei Stunden reiterlich vollkommen ausgelastet zur Lodge zurückkehrte.
Und so nahmen die Tage ihren Lauf – wann immer meine Mum mit reiten wollte, starteten wir gemeinsam und nach einer gewissen Zeit ging es für sie weiter auf Jeepsafari und für mich alleine mit den Guides etwas schneller zu Pferd weiter – über diesen „Service“ war ich einfach nur sprachlos! Wer also denkt Ant’s ist nichts für erfahrene Reiter, weil auch Anfänger mitkönnen, hat weit gefehlt. Ich hatte auf jedem einzelnen Ritt unfassbar viel Spaß, habe unglaublich viel von den begabten Guides gelernt und hatte so flotte Galoppaden, dass ich vor Freude nur noch jauchzen wollte. Und damit es nicht langweilig wird kann man sich dann auch noch Massagen hinzubuchen oder einfach mal im Pool oder der Badewanne mit Blick über das Reservat entspannen.

Am Mittwochmorgen war es dann soweit und es hieß „Auf Wiedersehen“ zu Ant’s Hill und „Hallo“ zu Ant’s Nest. Wer auf Abwechslung steht kann also auch beide Lodges mischen und hat am Wechseltag einen tollen Ritt mit vielen schönen Strecken, allen voran einer wunderschönen, langen, sandigen Galoppstrecke auf der letzten Etappe nach Ant’s Nest.
Auf Ant’s Nest wurden wir nicht minder herzlich begrüßt und haben uns sofort pudelwohl gefühlt – wenn auch mit einem weinenden Auge, da wir zum Team von Ant’s Hill und ich somit auch von meiner Lieblingsnairobi Tschüss sagen musste. Aber auch Ant’s Nest hat ein absolutes spitzen Team und wunderbare Pferde – ich hatte insgeheim wieder einen kleinen Favoriten namens Indie ausgemacht. Aber auch Shemane & Samba, zwei tolle Stuten, haben mir super viel Spaß auf den Ritten bereitet.

Nach einem leckeren Lunch und Beziehen der Sable Suite (bei allen Unterkünften kommt man wirklich nicht mehr aus dem Staunen raus) brachen wir dann zu unserem ersten Ritt von Ant’s auf – und dieser endete mit dem ersten Sundowner ohne Wolken, die uns zu Beginn des Aufenthalts immer begleitet haben – ganz getreu dem Motto besser spät als nie 🙂

Und dann war da auch schon der Donnerstag, ein Tag wie jeder andere und doch auch nicht – 7 Jahre zuvor durfte ich meinen Geburtstag in Südafrika feiern und nun wieder, das war eigentlich schon das größte Geschenk. Was der Tag dann aber alles mit sich brachte, war unglaublich. Ein wunderbarer Ritt am Morgen, ein wie immer köstliches Mittagessen und am Nachmittag wartete dann eine tolle Überraschung von meiner Mum auf mich – ihr Geschenk war nämlich ein Fotoshooting welches sie bei Ant’s gebucht hatte. Also kam auf Nachmittag extra die Fotografin Lotty und begleitete uns bei der gesamten Nachmittagssafari um Bilder zu machen und so für unvergessliche Erinnerungen zu sorgen. Wenn ich ihre Bilder anschaue weiß ich wieder ganz genau wie sich dieser Moment vor den Tieren, der Galopp durch den Damm oder der Moment in dem wir alle in Gelächter ausbrachen, weil sich das Pferdchen meine Mum eine Abkühlung gönnen wollte und sich fast mir ihr im Damm hingelegt hat (konnte aber gerade noch verhindert werden) angefühlt hat. Und als wäre das nicht schon genug, hatten wir genau an diesem Nachmittag das Glück die Nashörner vom Pferd aus beobachten zu können. Die Geburtstagstorte und ein Team das mir afrikanische Geburtstagslieder sang und tanzte führten dann schließlich dazu, dass ich die Tränen in meinen Augen nicht mehr leugnen konnte. Einen schöneren Geburtstag hätte ich mir nicht vorstellen können!



Am Freitagmorgen ging es dann mit Ant, dem Chef höchstpersönlich, auf Safari – ich sage euch, wer bisher dachte er ist schon schnell geritten, der war noch nicht mit Ant unterwegs. Hier kann wirklich keiner mehr sagen es gab nicht genug Abenteuer. Schon während ich auf Hill war, habe ich erfahren dass Ant schnelles Reiten mag – auf einem Ritt dachte ich ernsthaft, es kommt eine Pferdeherde auf uns zugaloppiert bei so schnellem Hufgetrampel, da hatte ich kurz Adrenalin.. aber es war nur Ant mit einer Reitgruppe in ziemlich flotten Tempo. Danach war unser Running Gag, dass Ant’s Hill nur mein „Bootcamp“ für die Ritte mit Ant auf Ant’s Nest ist 😉
Den Nachmittagsritt unternahm ich wieder gemeinsam mit meiner Mum und wir ließen es etwas gemütlicher angehen. Aber auch hier war wieder alles möglich – also blieb meine Mum einfach bei Amanda im Schritt und ich ritt mit meinem Guide einen kurzen Umweg den wir flott im Galopp zurücklegten, bevor wir uns wieder trafen und weiter zum Sundowner ritten, der heute direkt bei Ant’s Haus geplant war. Dort trafen wir auch zwei Gäste von Hill wieder, Kerstin und ihre bezaubernde Tochter Lottie, mit denen wir schon auf Hill super viel Spaß hatten und von der süßen Lottie gab’s sogar noch ein gemaltes Geburtstagsbild für mich. Lottie ist übrigens das beste Beispiel dafür, dass Ant’s sich auch super gut auf kleine Kinder einstellt – sie und ihre Mum waren schon öfters auf Ant’s und in diesem Jahr hat sie ihren ersten Galopp durch den Busch mit ihrem kleinen Lieblingspony Chutney absolviert!

Und da waren wir auch schon am letzten Abend angekommen, an dem wir mit Ant im Boma ein super leckeres letztes Abendessen genossen – was anderes als lecker kommt bei Ant’s auch eh nicht auf den Tisch!

Am Samstagmorgen hieß es dann ein letztes Mal ab in den Busch. Mum wollte lieber voll etwas an der Lodge entspannen, bevor uns am Nachmittag der Transfer zurück an den Flughafen Johannesburg bringen würde. Also stand nochmal ein flotter Ritt mit Ant auf dem Programm und als wir gerade zurück zur Lodge reiten wollten erspähten Indie und ich etwas im Busch – es waren tatsächlich die Büffel und sie waren super entspannt, so dass wir eine ganze Weile mit ihnen verbringen konnten. Da war ich ein bisschen stolz auf unsere Entdeckung.
Beendet wurde der Ritt nochmal mit einem echten Highlight für mich – Schwimmen gehen mit dem Pferd. Etwas was ich zuvor noch nie gemacht habe und immer schon machen wollte. Es war ein unglaubliches Gefühl und ich glaube mein Gesicht in dem Moment sprach Bände 🙂

Aber alles muss einmal enden und so auch unser Aufenthalt auf Ant’s Nest & Hill. Ich kann wirklich nicht sagen, wo es mir besser gefallen hat – Nest oder Hill. Ant’s ist ein Gesamtkunstwerk, von enormer Herzlichkeit geprägt und hat mich einfach nur eine gesamte Woche extrem glücklich gemacht, meine Mum mal ganz zu schweigen! Hier werden definitiv Erinnerungen produziert, die so schnell nicht vergessen werden 🙂