The Big Game Trail am Fuße des Kilimanjaro

von Ingrid Henle, Januar 2014

Durch die Reiseagentur pferdesafari kam ich zu Eli und Laszlo am Fuße des Kilimanjaro.
Die beiden deutschen Tierärzte haben sich auf einer Kaffeeplantage ein Kleinod für sich, ihre Tiere und auch für ihre Gäste geschaffen. Ich wurde von Claudia am Flughafen Kilimanjaro Airport am Abend abgeholt. Sie brachte mich auf die Farm und zeigte mir im Taschenlampenlicht mein kleines Reich. Ein sogenanntes Permanent Tent – mit viel Geschmack eingerichtet und großzügig im Platz. Das Bad, welches sich direkt an das Zelt anschließt ist ebenfalls geschmackvoll mit einheimischen Hölzern und Stein eingerichtet, das Bett liebevoll mit Blüten geschmückt. Auf der Veranda am Haupthaus gab es schon am ersten Abend ein ausgezeichnetes mehrgängiges Menü.

Am Morgen wurden wir mit einem early morning tea geweckt, den wir auf der Terrasse unseres Zeltbungalows bei fantastischem Blick auf den Kilimanjaro genossen.  Auch das reichhaltige Frühstück mit Müsli, selbstgemachtem Joghurt, Obstsalat mit Früchten aus der Region, frisch gebackenem Brot, Eier und Speck ließ keine Wünsche offen.

Nach dem Frühstück ging es zu einer  Privatfarm in der Nähe von Arusha, wo wir von den Pferden und Rafael schon erwartet wurden. Die Fahrt dort hin ist bereits ein kleines Abenteuer. Es gibt viel am Straßenrand zu sehen und auch die Straße ist für unsere Verhältnisse eine Herausforderung. Wie der Ritt auf einem bockenden Mustang!

Laszlo gibt uns eine Einweisung bei den Pferden. Wie sie heißen, wie sie zu händeln sind. Ich bin sehr froh, daß ich bereits in Deutschland auf Hackamore und Sidepull geritten bin, da diese Pferde ausschließlich gebißlos geritten werden. Meine ersten Bedenken mit dieser Zäumung wurden sehr schnell zerstreut. Die Pferde sind sehr gut zu lenken und zu parieren. Wir bekommen auch eingeschärft den Pferden genug Spielraum mit den Zügel zu geben, damit sie selbst nach Löchern ausschauen und ausweichen können. Nach einem gemütlichen Auftakt im Schritt, gab Lazlo das Zeichen für den ersten Galopp. Als er merkte, daß alle sicher saßen und mit Ihren Pferden zurecht kamen, dehnte er die Galoppstrecke aus. Wir galoppierten gute 10 Minuten durch und legten eine Strecke von mehreren Kilometern zurück. Danach ging es wieder eine ganze Zeit im Schritt. Wir kamen an vielen bewirtschafteten Feldern vorbei, wo wir beobachten konnten, wie die Feldarbeit verrichtet wird. Nach einem 2. ausgedehntem Galopp machten wir unsere erste Pause. Unsere Mittagsrast war auf einem Baumhaus auf einer weiteren Privatfarm vorbereitet. Dieses lag sehr idyllisch an einer kleinen Quelle. In diesem Bereich sahen wir auch schon unsere ersten Antilopen, Zebras, Streifenmungos und natürlich jede Menge Vögel. Die Mittagspause war ausgedehnter und wir bekamen wieder ein sehr gutes Menü. Weiter  ging es Richtung Abendcamp. Es war eine überwiegend grüne Region, die wir durchritten. Wir sahen auf dem Nachmittagsritt viele Giraffen und einige wenige Gnus. Unser Abendcamp war bereits von der mitreisenden Crew aufgebaut. Wir hatten Domzelte, in denen man ohne Probleme stehen konnte. Ein richtiges Bett mit Bettwäsche, ein Tischchen mit Lampe und Spiegel lies keine Wünsche offen. Direkt neben dem Zelt war für jeden eine eigene Dusche und ein Toilettenzelt errichtet, so dass wir vor dem Abendessen noch eine wohltemperierte Dusche genießen konnte.

Das Abendessen wurde unter einem großen Moskitozelt serviert. Wieder wurden wir mit einem ausgezeichneten Menü verwöhnt, welches aus frischen Bio-Produkten von der Farm über dem Feuer gekocht wurde. Den Abend ließen wir gemütlich an einem Lagerfeuer mit Drinks nach Wahl ausklingen. Als wir zu den Zelten gingen war es recht frisch. Umso größer war die Freude, als ich unter die Bettdecke kroch und eine Wärmeflasche vorfand!

Am Morgen, wurden wir um 7 Uhr mit einem early morning tea geweckt, den wir bei fantastischem Ausblick, mit Giraffen im „Vorgarten“ genießen konnten, bevor es wieder zum reichhaltigen Frühstück ging. Nach dem Frühstück ging es auf die gesattelten Pferde, die ebenfalls sehr reichhaltige Mahlzeiten erhalten hatten. Dieser sehr angenehme Ablauf wiederholte sich jeden Tag. Trotzdem glich kein Tag dem Anderen, da wir durch sehr abwechslungsreiche Landschaften kamen und auch immer wieder unterschiedliche Tiere sahen. Eli und Laszlo erklärten uns sehr viel über die Tiere und Entstehung der Landschaften. Man spürt, daß sie dieses Land sehr lieben und ihren Gästen diese Faszination auch vermitteln möchten. Auch sind sie sehr aufmerksam, um Ihren Gästen alle Wünsche zu erfüllen. Da in unserer Gruppe alle gerne galoppierten, bekamen wir auch entsprechend oft die Möglichkeit dazu. Als ehemalige Distanzreiter haben Sie ihre Pferde sehr gut trainiert. Strecken von 10-15 km Galopp am Stück sind kein Problem und wenn der Boden es zulässt galoppierten wir auch schon mal in einem Tempo von 30-40 Stundenkilometern. Am Anfang war es schon ungewöhnlich, aber am Ende bedauerten wir alle, daß die Strecken nicht noch länger waren. In 8 Tagen legten wir etwas über 500km auf dem Pferderücken zurück, immer mit Blick auf den Kilimanjaro. Alle Teilnehmer waren sich einig, dies wird nicht der letzte Aufenthalt bei Laszlo und Eli sein.

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