Badminton Horse Trials 2015

Während meine Kollegen bei der internationalen Vielseitigkeit in Marbach die Pimms- und Sektbar schmeissen und nebenbei Kunden über unsere fantastischen Reisen beraten, darf ich dieses Jahr die Reise nach England zu den Badminton Horse Trials antreten – ein lang gehegter Wunsch, welcher sich aufgrund der Zeitgleichheit der beiden Veranstaltungen nie verwirklichen lies. Aber mit einem tollen Team und entsprechender Vorarbeit konnte ich mir dieses Jahr meinen Wunsch erfüllen!

Ein kurzer Flug nach London Gatwick (es geht auch London Heathrow oder Birmingham) und eine zweistündige Zugfahrt bringen mich bis nach Chippenham, wo Gerti von Wait A Little mich am Bahnhof abholt.

Diese Ecke Englands ist traumhaft schön – alles ist satt grün, riesige Pferdekoppeln rechts und links der engen Strassen und die typisch englischen Dry Stone Walls zeichnen die Landschaft. Meine Pferde würden ausflippen vor Glück bei soviel Gras und Weite!

Bevor ich jedoch die Badminton Horse Trials kennenlerne fahren wir kurz in unserer Unterkunft vorbei und ziehen uns um – wir haben das große Glück und dürfen am Donnerstagabend die Cocktailparty des Duke of Beaufort besuchen. Was das bedeutet ist mir noch nicht so recht bewusst, aber ich zieh brav mein „kleines Schwarzes“ an, welches ich für diese Gelegenheit mitbringen sollte.

Die Party findet in Badminton House statt, der älteste Sohn des Duke und seine Stiefmutter empfangen uns freundlich am Eingang und tja, was soll ich sagen, es ist wie eintauchen in eine andere Welt. Das Haus ist riesig, mit unglaublich tollen Pferdebildern an den Wänden, wie in einem Schloss und auch sonst ist es wie in einem Schloss – alte Holzböden, hohe Wände, riesige Kronleuchter und die Ahnen, Ur-Ahnen und Ururur-Ahnen schauen von den Wänden auf uns herunter. Und wer jetzt denkt wir werden nur durch ein paar Showräume geführt, der irrt! Zwei der Räume sind definitiv bewohnt – die Mühe aufzuräumen hat man sich nicht gemacht! Ein alter Röhrenfernseher in der Ecke (Flachbildschirm wäre auch irgendwie fehl am Platz), ungeöffnete Post, der Terminplaner des Duke auf dem Schreibtisch und der gefüllte Hundenapf am Boden zeugen doch von normalem Leben in diesen alten Gemäuern. Wir schlendern durchs Haus, trinken Sekt und essen Häppchen, inspizieren den herrlichen Garten und um Punkt halb 9 werden alle Fensterläden geschlossen und wir werden freundlich aber zügig und bestimmt „rausgeschmissen“!

Freitag ist zweiter Dressurtag und Ingrid wird reiten! Das Gelände ist riesig, knapp 300 Verkaufsstände bieten die tollsten Sachen an – ein paar Groschen extra sollte man auf jeden Fall mitnehmen und ein Besuch am Badminton Stand um sich etwas aus der Joules Badminton Collection als Andenken zu kaufen, ist fast schon ein Muss!

Da Gerti zum Arbeiten hier ist und zusammen mit den anderen Mitgliedern der AHSA (African Horse Safari Association) einen Stand hat, mache auch ich erst mal „Business“ und nutze die Gelegenheit mich mit Tristan von Offbeat Safaris/ Kenia, Barney von Okavango Horse Safari/ Botswana und Nicki und Michael von Borana/ Kenia ausgiebig über alle Neuigkeiten, weiteren Pläne und die gemeinsame Zusammenarbeit zu unterhalten. Alle 3 Partner haben top Produkte zu bieten, jeder auf eine andere Art und es lohnt sich wirklich einen dieser Ritte (oder alle) einmal zu erleben!

Das Wetter ist so lala, wir würden sagen typisch englisch – windig, kühl und immer wieder mal ein wenig Regen – die Engländer finden es klasse – es regnet nicht in Strömen, also alles super, fast schon Bikiniwetter!

Ingrid reitet eine tolle Dressur, auch wenn Bobby mal kurz von ein paar bellenden Hunden abgelenkt wird. Die beiden liegen nun erst mal an 4. Stelle – ob die Notengebung nun gerechtfertigt war oder nicht sei dahingestellt, so ist das halt wenn Noten verteilt werden und nicht mit der Stoppuhr gemessen wird….

Nachmittags nimmt uns Ingrid mit auf eine Geländebesichtigung – ganz schön toll vom Profi alles erklärt zu bekommen und die Strecke ist natürlich der absolute Brüller, sowohl in der Liebe zum Detail an den einzelnen Sprüngen als auch an der Mächtigkeit derselben! Da bleibt einem schon die Spucke weg. Unser Course Walk dauert doch tatsächlich geschlagene 2 Stunden, Bobby sollte die 6,5 km morgen in 11 Minuten galoppieren….

Der Geländetag startet mit passablem Wetter und nach einer kleinen Shoppingtour mache ich mich gegen 11.30 Uhr auf ins Gelände. Trotz der über 200.000 (!!!!) Zuschauer kommt man an alle Sprünge ohne Mühe ran und kann in aller Ruhe zuschauen. Englische Turniere haben einfach etwas Tolles – überall sitzen Leute im Gras und machen Picknick, die Jagdreiter stellen sich zur Schau, der Ponyclub ist für das einsammeln der Ergebnisse an den einzelnen Hindernissen zuständig und scheidet ein Reiter aus, wird er sofort von einem oder zwei Begleitreitern abgeholt und zum Stall eskortiert.

Ingrid reitet eine tolle Nullrunde mit ihrem Bobby (obwohl er gleich am Start ein Eisen verliert), er fliegt nur so über die Geländestrecke und ist an den Sprüngen so elastisch und bewegelich wie eine Katze. Auch wenn hier alle auf 4* Niveau reiten, sieht man doch nochmal einen Unterschied zwischen den guten und den sehr guten Reitern und Pferden!

Das Springen am Sonntag kann ich leider nicht mehr anschauen, da ich zurück zum Flieger muss – werde es mir aber im kommenden Jahr definitiv nicht entgehen lassen!

Badminton ist eine Reise wert und jeder der dem Vielseitigkeitssport zugetan ist, sollte mindestens einmal im Leben dieses Event besuchen!

Die Badminton Horse Trials 2016 vom 4. – 8. Mai statt – diesen Termin sollten Sie sich unbedingt schon mal vormerken! Gerne sind wir bei der Reiseplanung behilflich!